JIU-JITSU




Bedeutung von Jiu-Jitsu  

Jiu-Jitsu = Japanisch
Jiu
(gesprochen „Tschiu“) bedeutet weich, sanft, flexibel, nachgiebig.
Jitsu (gesprochen „Tschitsu“) bedeutet Kunst.

Sinngemäß kann man Jiu-Jitsu übersetzen als „die sanfte Kunst“ der Selbstverteidigung. Beim Jiu-Jitsu wird versucht dem Angriff des Gegners weich nachzugeben, auszuweichen und im richtigen Moment die Kraft des Gegners und durch den Einsatz einer Technik gegen ihn selbst zu lenken. Daher auch der Begriff „Siegen durch nachgeben“.



Entstehung des Jiu-Jitsu


Die ersten verlässlichen Informationen über Jiu-Jitsu stammen aus dem 17. Jh. Unter dem Namen Yawara wurde diese waffenlose Kunst der Selbstverteidigung von den Samurais trainiert. Im alten Japan war es vornehmlich den Samurai vorenthalten diese Kampfkunst zu erlernen um sich im Notfall auch ohne Waffen verteidigen zu können. Zu dieser Zeit entwickelten sich zahlreiche individuelle verschiedene Jiu-Jitsu-Ryu's (Ryu= Schule/Stilrichtung). Einer der bekanntesten Ryu war die „Yoshin-Ryu“ deren Begründer Akiyama Shirobei war. Später gerieten diese Kampfstile jedoch fast in Vergessenheit. Um 1880 reiste der deutsche Medizinprofessor Dr. Erwin Bälz nach Japan um an der Universität in Tokio zu unterrichten. Hier entdeckte er diese fast untergegangenen Kampfsysteme wieder und fing an sie zu studieren. Die Verbreitung des Jiu-Jitsu in Deutschland ist „Erich Rahn“ zu verdanken, der von japanischen Meistern gelernt hatte und 1906 die erste Jiu-Jitsu Schule in Berlin gründete.


Inhalt des Jiu-Jitsu


Jiu-Jitsu ist eine umfassende japanische Kampfkunst. Angriffe werden mittels Schlagtechniken (Atemi-Waza), Wurftechniken (Nage-Waza), sowie Hebeltechniken (Kansetsu-Waza) unter Einsatz von Zentrifugal und Spiralbewegungen abgewehrt. Ebenso kommen Haltetechniken (Osae-Komi-Waza) und Würgetechniken (Shime-Waza) zum Einsatz. Unter den verschiedenen Jiu-Jitsu Schulen und Stilrichtungen werden jeweils unterschiedliche Technikgruppen bevorzugt. Unsere Schule gehört der „Yoshin-Ryu“ (Ryu = Schule) an, die moderne Form davon nennt sich „Jiujitsu-Karate. Charakteristisch dieses Stiles ist die Bevorzugung und Gebrauch von Atemi-Waza (Schlagtechniken auf Vitalpunkte). Techniken aus den Kampfkünsten wie Karate, Aikido und Judo kommen beim Jiu-Jitsu zur Anwendung. Es darf dabei nicht vergessen werden, das all diese Kampfkünste ihre Wurzeln im Jiu-Jitsu haben und nicht umgekehrt.



Jiujitsu-Karate (Yoshin-Ryu)
(Quelle: Lothar Sieber- 10.Dan Jiujitsu-Karate )

Namhafte Großmeister haben in jahrzehntelanger Arbeit und mit Hilfe ihrer nie stagnierenden Kampf- und Selbstverteidigungspraxis auf Basis des alten Jiu-Jitsu-Stils (System Yoshin Ryu Jiu-Jitsu, bevorzugt Schläge und Tritte) und flexibler Karatesysteme in einer einzigartigen Weise Kampftechniken entwickelt. Dabei wurde der Weg zurück zu einem alten, erprobten japanischen Nahkampfsystem gefunden, mit dem man in der Lage ist, gegen sämtliche waffenlose Kampfkünste zu bestehen. Die Kampftechniken des Jiujitsu-Karate sind aufgrund ihrer Flexibilität und Geschmeidigkeit einerseits und ihrer Schnelligkeit und unerbittlichen Härte andererseits vorzüglich für die Selbstverteidigung geeignet. Die aus flexiblen Karatestilrichtungen stammenden Schlag-, Stoß- und Abwehrtechniken ergeben zusammen mit einer schnörkellosen Anwendung von Hebel- und Wurftechniken eine rasante Kombination, die ihresgleichen sucht. Effektive Kniestöße sowie kompromisslose Ellenbogenschläge wie sie aus dem Thai-Boxen bekannt sind kommen ebenso zum Einsatz wie Techniken aus anderen erprobten Vollkontaktkampfsportarten.